5 + 1 Anti - Stress - Tipps für Kinder

Wenn du als Mama oder Papa deinem Kind helfen möchtest, den Stress im Alltag zu reduzieren, habe ich dir hier 5 Sofort-Tipps zusammen gestellt, mit denen du direkt in die Umsetzung kommst.





In meinem Artikel „Burn-Out im Kinderzimmer“ habe ich dir bereits erläutert, welche Faktoren für zunehmenden Stress bei unseren Kindern sorgen und wie sich diese auf das Wohlbefinden deines Kindes auswirken. Nun ist natürlich die Frage, wie du als Mama oder Papa deinem Kind helfen kannst, den Stress in eurem Alltag zu reduzieren. Hier habe ich dir 5 Sofort-Tipps zusammen gefasst, mit denen du direkt in die Umsetzung kommst und auch deinem Kind helfen kannst:


1. Nimm dem Druck raus


Ein häufiges Problem unserer Zeit ist es, dass sich Kinder permanentem Druck ausgesetzt fühlen. Sei es Leistungsdruck, Erwartungsdruck oder auch zeitlicher Druck. Die Auswirkungen hiervon sind enorm. Also lautet mein erster Tipp: NIMM DEN DRUCK RAUS.


Schaue einmal ganz genau auf euren Alltag. Wie viele außerschulischen Aktivitäten hat dein Kind? Lassen sich hiervon eventuell ein oder zwei Dinge reduzieren? Besprich mit deinem Kind, was ihm wirklich wichtig ist und sorgt gemeinsam für weniger Nachmittags-Stress!




Auch den Druck in der Schule kann von dir als Elternteil beeinflusst werden. Ist eine Note in einem Fach mal nicht so gut? Macht nichts! Schau auf die Stärken deines Kindes. Was kann es bereits gut? Welche Fächer machen ihm Spaß? Zur Not holt euch Hilfe. Es gibt derzeit ein richtig großes Angebot an Lernhilfen im Internet. Ob Nachhilfe oder Lerncoaches oder auch Apps zum Selbstlernen. Hier ist das Angebot so vielfältig.


2. Reduziere die Medienzeiten


Digitale Medien sind aus den heutigen Haushalten und auch Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Unsere Kinder wachsen mit diesen Medien auf und nutzen sie auch wie selbstverständlich in ihrem Alltag. Sei es nun, um Schulaufgaben zu erledigen oder mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Smartphone, Smart-TV und Spielekonsolen haben in der heutigen Zeit einen größeren Stellenwert als noch in unserer Kindheit. Nicht umsonst wird die heranwachsende Generation auch „Digital Natives“ genannt.


Frau mit Brille und im Hintergrund Grafiken

Jedoch nimmt der Stress, der durch Medien ausgelöst wird, in der derzeitigen Lage von Homescooling, Homeoffice und/oder Quarantäne enorm zu. Es ist ja auch zu verführerisch, die Kinder vor den TV, das Tablet, das Smartphone zu setzen, während man selbst noch etwas für die Arbeit oder im Haushalt erledigen muss. Das kennen wir (fast) alle. Wie oben erwähnt, gehört es nun mal zu unserem Alltag. Mediennutzung ist auch in gesundem Maße in Ordnung, wie ich finde. Aber was ist nun ein gesundes Maß?


Zuerst einmal ist es wichtig, wenn du dir einen Überblick über die Medienzeiten deines Kindes verschaffst. Schau dir einen normalen Tag an und beobachte zunächst, wieviel Zeit dein Kind mit digitalen Medien verbringt. Und im Gegensatz dazu: Wieviel Zeit verbringt es ohne Medien, also mit malen, basteln, spielen, Freunde treffen (nicht zum zocken 😊), Sport etc…?


Eine Faustregel, die sich hier als präventiv gegenüber Stress durch Mediennutzung herausgestellt hat, ist die 1:2 Regel. Dein Kind sollte doppelt so viel Zeit mit anderen Dingen verbringen als mit digitalen Medien. Zur Erklärung: Während des Konsums von digitalen Medien ist das Kind meist nur geistig tätig. Der Körper ist meist relativ unbeteiligt. Durch digitale Spiele und auch TV-Sendungen werden jedoch auch Spannungen im Körper aufgebaut. Werden diese Spannungen nicht adäquat abgebaut, kann dies zu Stress führen. Am besten lassen sich diese aufgebauten Spannungen durch Bewegung wieder ausgleichen.



3. Ruhe und Rituale


Auch hier möchte ich dich zunächst bitten, einmal einen ganz realistischen Blick auf euren Alltag zu werfen: Habt ihr regelmäßige Ruhephasen in eurem Alltag? Welche Rituale begleiten euch Tag für Tag?


Wenn du jetzt denkst: „Ruhephasen? Wann soll ich die denn noch unterbringen? Und was sind überhaupt Rituale?“, habe ich hier ein paar kleine Anregungen für dich und dein Kind:


Eine Ruhephase muss nicht stundenlang sein. Es kann sich hier auch am Anfang um 15 Minuten handeln. 15 Minuten, in denen du und dein Kind etwas macht, was euch zur Ruhe verhilft.


Dies kann sein: etwas vorlesen, die Lieblingsmusik hören, aus dem Fenster schauen und beobachten, ein kleines Nickerchen, einfach nur kuscheln und sich von seinem Tag erzählen. Viele dieser Dinge kannst du auch mit einem Ritual verbinden. Hier sind einige Beispiele:


  • Gemeinsamer Snack am Nachmittag (z.B. wenn das Kind aus der Schule oder KiTa kommt). Hier erzählt ihr euch jeweils drei Dinge von eurem Tag.

  • Gemeinsamer Spaziergang: Raus an die frische Luft! Auch wenn es nur 15 Minuten sind. Hier ist der Weg das Ziel. Seid aufmerksam und schaut, was oder wem ihr alles auf eurem Weg begegnet. Ist es vielleicht ein Eichhörnchen? Oder die Nachbarsfrau mit ihrem lieben Hund? Es gibt immer etwas zu entdecken!

  • Gemeinsame Traumreise (am Nachmittag oder Abend): Lies deinem Kind eine Traumreise vor. Die meisten Reisen dauern nicht länger als 15 bis 20 Minuten und verhelfen zu tiefer Ruhe und Entspannung (was Traumreisen noch alles können, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst).


Kerze auf einem Tisch aus Holz

Absolut beliebt bei Eltern und Kindern ist jedoch das Einschlafritual. Schafft euch hier eure eigene gemütliche Umgebung und euren Ablauf. Dieser sollte natürlich jeden Tag gleich sein. Dein Kind und du wisst so schon ganz genau, was auf euch zu kommt. Beendet den Tag gemeinsam mit einer Ruhephase, in der du deinem Kind eine Traumreise oder eine Lieblingsgeschichte vorliest. Oder überlegt gemeinsam, was ihr an diesem Tag besonders Schönes erlebt habt.



4. Sei ein Vorbild


Frau liest einem Kind aus einem Buch vor

Wie du sicherlich schon mal gehört hast, lernen Kinder ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in hohem Maße durch Nachahmung. Daher nimmst du als Bezugsperson eine wichtige Rolle in der Entwicklung deines Kindes ein. Auch der Umgang mit stressigen Situationen und Herausforderungen lernt dein Kind von dir. Es schaut sich deine Problemlösungsstrategien ab. Wirst du schnell laut, wenn dich etwas stresst? Verbringst du auch viel Zeit am Smartphone oder mit digitalen Medien? Sich immer mal wieder selbst zu beleuchten und zu reflektieren ist nicht einfach, ich weiß. Jedoch kann es deinem Kind helfen, leichter mit Stress umzugehen. Wenn auch du gelernt hast, gelassen zu bleiben, dir Ruhepausen im Alltag gönnst, dann wird es deinem Kind viel leichter fallen, das auch zu tun. Probiere es doch einfach mal aus.


5. Achtsamkeit


Achtsamkeit lässt sich nicht in kurze Worte oder in einen Tipp fassen. Vielmehr ist es eine Art Lebensphilosophie. Ich versuche es aber einmal, falls du dir darunter noch gar nichts vorstellen kannst:


Achtsamkeit ist die reine Beobachtung der Dinge (im Außen, wie im Innen) mit allen Sinnen. Sie erfolgt ohne Bewertung, also rein auf das, was gerade IST.


Durch diese „Beobachtung“ kannst du deine Gedanken beruhigen und ablenken, falls du gerade gestresst bist. Sie hilft aber auch, dem Stress vorzubeugen, weil die Achtsamkeit eine entspannte Haltung des Körpers UND des Geistes fördert und erfordert. Um in das Thema Achtsamkeit einzusteigen, teile ich hier eine kleine Übung mit dir, die du auch hervorragend mit deinem Kind durchführen kannst:


Das Beobachten


Nimm dir 5 Minuten Zeit und schaue aus dem Fenster. Wenn du kannst, dann öffne es, so kannst du direkt auch noch die frische Luft genießen. Beobachte mal, was sich draußen abspielt. Beschreibe dann laut oder in deinen Gedanken, was du siehst. Dann gehe Schritt für Schritt deine Sinne durch.


Was hörst du?


Was riechst du?


Was fühlst du?

Anschließend atme nochmal tief ganz viel frische Luft ein.


Ich finde, diese Übung wirkt fast Wunder – bei mir zumindest.


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Extra-Tipp: Entspannungsübungen


Mit Entspannungsübungen aus dem Autogenen Training oder der Progressiven Muskelentspannung lassen sich viele Stress-Symptome lindern und wirken ihnen präventiv entgegen.


Nun scheint es vielleicht für dich so, als ob diese Methoden schwer und langwierig zu erlernen sind. Ich kann dir sagen: Nein, das stimmt so nicht.


Als ausgebildete Entspannungstrainerin habe ich mich auf das Lehren genau dieser beiden Methoden spezialisiert. Da mein Hauptaugenmerk auf dem Wohl und der Entspannung von Kindern liegt, habe ich viele Übungen z.T. selbst entwickelt und zusammengetragen die genau auf diesen beiden wissenschaftlich fundierten Methoden beruhen.


Schau hierfür am besten mal auf meinem Instagram-Profil vorbei, hier findest du immer mal kindgerechte und spielerische Übungen für Kinder Sabine | Entspannung & Stressprävention für Kinder 🧘‍♀️ (@happykids_akademie) • Instagram-Fotos und -Video.


Zum Schluss möchte ich dir nochmal Punkt 1 ans Herz legen:


Mach dir und deinem Kind keinen DRUCK!


Auch nicht bei der Umsetzung der Tipps. Wenn du etwas ändern möchtest und deinem Kind helfen willst, in Zukunft, besser mit einem stressigen Alltag umzugehen, dann gehe hier auch Schritt für Schritt vor. Jede kleine Änderung kann hier so viel bewirken. Falls du noch Fragen hast, kannst du mich jederzeit gerne anschreiben. Ich stehe dir und deinem Kind gerne mit Rat und Tat zur Seite.


Deine Sabine

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