Positives Mindset und das Selbstbewusstsein

oder: Wie ein kleines Zauberwort deinem Kind helfen kann


Kleiner Junge, welcher an einer Sonnenblume riecht


"Frau Sommerfeld, Sie müssen an dem Mindset Ihres Kindes arbeiten, ansonsten wird das nichts."

Bääm, das hat gesessen. Ich war beleidigt. Ich hatte konkrete Tipps und schnelle Hilfe für die Probleme meiner Tochter mit dem Fach Mathe erwartet. Stattdessen redete die Lehrerin von irgendetwas ganz anderem. Mindset... Was war das nochmal? Was meint sie denn damit?


Dieses Wort - Mindset - ist mir nun bis dahin schon öfter über den Weg gelaufen. Aber was es genau bedeutete, das blieb mir noch fern.


Das Elterngespräch mit der Mathelehrerin ist nun schon ein paar Jahre her. Meine Tochter war da gerade in der 5. Klasse und mit Mathe tat sie sich schwer. Sie hatte regelrecht eine Mathe-Phobie und ganz egal, was ich sagte oder machte, ich konnte ihr nicht helfen. Das Thema "Mathe-lernen" stand lange Zeit zwischen uns und verdarb uns so manche Nachmittage und sorgte oft genug für eine schlechte Stimmung in unserer Familie. "Ich kann das einfach nicht! Ich bin einfach zu dumm dafür." Wie oft habe ich diese verzweifelten Sätze von meiner Tochter schon gehört.


Und jedes Mal versetzten sie mir einen Tritt in mein Mamaherz.


Aber das kennen wir doch alle, oder? Kein Mensch ist in jedem Schulfach gut. Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen. "Logisches Denken liegt nicht in unserer Familie. Da war ich auch nicht gut drin.", höre ich immer meine Mutter sagen. Und vielleicht habe ich diesen Satz auch das eine oder andere Mal meiner Tochter gegenüber erwähnt. Es stimmte ja auch, ich war nie gut in naturwissenschaftlichen Fächern, das war einfach "nicht mein Ding". Ja gut, da gab es diese eine Großcousine, die an der Uni als Professorin arbeitete und ein Geek in Elektrotechnik war, aber das war eben diese eine Ausnahme... One in a million... aber ich ICH? Nee, Mathe ist liegt nicht in unserer Familie, damit tun wir uns nun mal schwer. Ist eben so.


Also erhoffte ich mir kniffige, innovative Lernmethoden.


Vielleicht gab es ja irgendwelche Lernsprüche, neue Eselsbrücken, wie man schnell und einfach dem Kind das Bruchrechnen beibringen konnte. Sowas musste es doch langsam mal geben. Eine Alternative zu dem sturen Auswendiglernen, welches ich auch schon als Kind gehasst habe. Ich googelte, schaute Youtube und Lehrer Schmidt... und versuchte alles, um diese neuen Lernmethoden meiner Tochter näher zu bringen.


Aber leider nütze das alles nur wenig... Ich hatte sogar das Gefühl, dass genau das Gegenteil eintraf. Meine Tochter entfernte sich beim Thema Lernen noch mehr von mir und in Mathe lief es dadurch natürlich auch nicht besser. Ein Teufelskreis.


Also blieb mir nur das Elterngespräch. Vielleicht wusste diese Lehrerin ja weiter. Aber anstatt mir konkrete Tipps mit an die Hand zu geben, wie ich meiner Tochter endlich helfen kann, kam sie mit dem Thema Mindset um die Ecke.


Aber da ich meiner Tochter helfen wollte, beschäftigte ich mich sehr eingehend mit dem Thema Mindset. Als ich dann anfing, Entspannungskurse für Kinder zu geben habe ich nochmal zusätzlich erkannt, wie wichtig dieses Thema gerade für Kinder ist.


Mindset bedeutet übersetzt so viel wie Denkweise


oder "Innere Haltung". Da diese beiden Worte aber nicht gänzlich beschreiben, was man unter Mindset versteht, wird zumeist einfach der englische Begriff verwendet.


Was mich bei meiner Recherche zu dem Thema am meisten beeindruckt hat, ist folgende Tatsache: Deine innere Einstellung und deine Denkweise werden hauptsächlich im Kindesalter geprägt. Bis zu einem Alter von 7 Jahren nehmen wir Worte, Sätze, Ermahnungen, Zurechtweisungen und auch Lob ganz ungefiltert in uns auf und verarbeiten sie. Besonders wenn diese Worte von unseren engsten Vertrauenspersonen kommen.


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"Mathe liegt nicht in der Familie. Dieses Talent haben wir eben nicht."

Aber stimmte das auch? Lässt sich das Talent für Mathe wirklich vererben? Ist es auch wirklich ein Talent oder könnte man auch mit Fleiß und Lernen seine Ziele erreichen?


Diese Fragen habe ich mir als Kind natürlich nicht gestellt, sondern habe diese Sätze ungefiltert aufgenommen, in mir reifen lassen und auch wie selbstverständlich als meinen eigenen Satz übernommen, benutzt und daran geglaubt.


Zum Glück wurde mir irgendwann bewusst, dass diese Denkweise völlig dämlich ist, mich selbst und auch meine Kinder limitiert und vor allem, dass es auch ganz anders geht. Ich habe mich folgendes gefragt:


🌸 Wie wäre es denn, wenn ich mehr POSITIVE SÄTZE formulieren würden?


🌸 Vielleicht werden diese POSITIVEN SÄTZE genauso in meinen Kindern reifen, sich verankern und ihre Wirkung entfalten, so wie es bei mir dieser eine negative Satz gemacht hat?


Und wäre es dann nicht schön, wenn meine Kinder dadurch mit viel mehr MUT und INNERER STÄRKE durch ihr Leben gehen würden?


Das ist doch eine wunderbare Vorstellung, oder? Und wir können als Eltern jeden Tag dazu beitragen.


Sicherlich fragst du dich, wie es uns als Eltern nun gelingen kann, den Unterschied zu machen zwischen den (bestehenden, meist negativen) Glaubenssätzen und den Sätzen, die uns und unserem Kind gut tun und auch wirklich weiter bringen?



Meist ist es ganz einfach.


Und ein Zauberwort kann dir dabei helfen, positive Formulierungen zu finden.


Sobald in einem Satz das Wort "NICHT" auftaucht (und das tut es oft in diesen komischen Glaubenssätzen), füge einfach das Wörtchen NOCH ein....


Schwupps wird daraus ein NOCH NICHT. Der Satz bekommt plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Probiere es einfach mal selbst aus.


Hier sind einige Beispiele:


Statt: "Ich kann das nicht!"

sage: "Ich kann das NOCH nicht."


Statt: "Ich mache immer alles falsch!"

sage: "Fehler sind wichtig. Sie helfen mir noch (mehr) zu lernen."


Statt: "Das werde ich NIE können!"

sage: "Ich brauche NOCH ein bisschen Zeit, dann schaffe ich das!"


Beobachte dich und dein Kind einfach mal in eurem Alltag. Benutzt ihr auch manchmal negative Glaubenssätze? Versuche doch, diese mit dem Zauberwort umzuformulieren und spüre selbst diese innere Veränderung, die sich durch den neuen positiven Glaubenssatz einstellt.



Meine Tochter hat sich den ersten genannten Satz zu eigen gemacht. Anstatt zu sagen, das kann ich eben nicht und werde es nie können, sagt sie sich jetzt:" Das kann ich noch nicht. Wie kann ich es am besten lernen und wer kann mir dabei helfen?" Allerdings war das Ganze ein Prozess und ging noch von heute auf morgen. Ich habe hier bewusst auf die Auswahl meiner Worte geachtet und die meisten meiner Glaubenssätze verbannt. So viel es auch meiner Tochter leichter, sich selbst zu motivieren und auch aus den Erfolgen wieder Energie zu ziehen.


Mathe ist immer noch nicht ihr Lieblingsfach


und manches fällt ihr auch noch schwer. Aber das ist vollkommen ok. Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen. Ich bin ja eher dafür, auf die Stärken zu bauen und sich nicht so sehr auf seine Schwächen zu konzentrieren. Dennoch gehört Mathe nun mal zum Schulleben fest dazu; hier sollte man einfach das Beste draus machen. Zum Glück hat meine Tochter eine Schule gefunden, in der sie ihr Abitur ohne eine Mathe-Abiprüfung machen kann. So ein Glückskeks....


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Alles ganz entspannt, Deine Sabine



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