Mit Kindern über den Krieg sprechen

"In was für einer Sch*** - Zeit leben wir eigentlich?"



Frau tröstet ihre weinende Tochter



Dieser Satz stammt von meiner Tochter und fiel heute morgen während eines Gespräches über die aktuellen Geschehnisse. Heute ist Rosenmontag, aber niemandem hier bei uns zu Hause ist nach Feiern zumute. Vor zwei Jahren waren wir noch auf dem Rosenmontagszug in Köln. Mit einem komischen Gefühl, weil wir ahnten, dass da etwas auf uns zu kommt. Heute, zwei Jahre danach, unterhalten wir uns beim Frühstück über Krieg und Atomwaffen.


Ja, in welcher Sch***-Zeit leben wir eigentlich? Bei diesem Satz hatte ich direkt das Bild meiner Oma vor Augen. Sie war Kriegsflüchtling im 2. Weltkrieg, musste im Alter von 12 Jahren ihr Zuhause verlassen und in ein fremdes Land und in eine ungewisse Zukunft gehen. Sie durfte nur eine kleine Tasche mit ihren liebsten Sachen mitnehmen. Sie hat sich diese Frage bestimmt auch öfter gestellt. Im Gegensatz zu meiner Oma haben wir es ja noch gut, denke ich. Aber das sage ich nicht zu meiner Tochter. Ich habe Verständnis für sie und für all die Kinder, die derzeit mit diesen schlimmen Dingen umgehen müssen.


Die Pandemie ist noch nicht ganz vorbei, da tobt ein Krieg in Europa. Das haben wir uns alle so niemals vorstellen können. Ja, das ist wirklich eine schreckliche Zeit. Und sicherlich hast du dir auch schon die Frage gestellt, was das Ganze mit unseren Kindern macht.

Kinder Silhuetten, die Hände halten

Unsere Kinder leben seit circa 2 Jahren aufgrund des Virus in einer Welt voller Unsicherheiten, die sich vor allem auf ihr alltägliches Leben erstreckt: Kann ich morgen noch meinen Freund treffen? Kann ich meinen Geburtstag mit allen meinen Liebsten feiern? Ist es ok, wenn wir unsere Oma besuchen? Ist die Schule nächste Woche noch geöffnet? Und jeden Tag diese Testungen mit ungewissem Ausgang. Und dann kommen auch noch die Nachrichten von einem Krieg direkt vor unserer Haustür dazu. Der Körper und der Geist unserer Kids stehen jeden Tag unter Anspannung und Stress.


Du als Elternteil kannst deinem Kind aber dabei helfen, mit dieser inneren Anspannung gut umzugehen und für entsprechende ENTspannung zu sorgen.


Im Folgenden möchte ich dir einige Impulse geben, wie du und dein Kind gesund und achtsam mit den Bildern und Erzählungen von Krieg umgehen könnt.


Sorge für eine gute Basis: Nimm dir Zeit für dich

Wie stehst du zu dem Thema? Was belastet dich und wie kannst du gut für dich sorgen? Das ist wichtig, denn du spiegelst deine innere Haltung auch nach außen und dein Kind hat gerade für so etwas ganz feine Antennen.


Schütze dein Kind vor den aktuellen Nachrichten in den Medien

Besonders für kleine Kinder, unter 8 Jahre, können die derzeitigen Meldungen und Bilder sehr angsteinflößend sein. Sie haben noch kein ausgeprägtes Gefühl für Zeiten oder Entfernungen, so kann es sich für sie anfühlen, als ob der Krieg ganz nah wäre. Eine Alternative sind Kindernachrichten (externer Link). Hier werden die Informationen altersgerecht aufgearbeitet. Wichtig ist auch, dass ihr im Anschluss oder auch währenddessen darüber sprecht und euch austauscht.


Natürlich solltest du deinem Kind diese Infos nur anbieten, wenn es sich dafür interessiert und Fragen zu diesem Thema hat, die dir schwer fallen, selbst zu beantworten. Hierdurch kannst du ihm die Angst vor dem Unbekannten nehmen.


Nimm dein Kind ernst und schenke ihm Sicherheit

Egal ob in Kindergarten oder Schule. Überall wird dein Kind derzeit mit den Ereignissen in der Ukraine konfrontiert oder es schnappt hier und da etwas auf. Dein Kind macht sich daraufhin vielleicht große Sorgen oder bekommt sogar Angst. Wenn dein Kind also Fragen hat, oder etwas wiedergibt, was es gehört hat, nimm diese Sorgen und Ängste unbedingt ernst! Wenn dein Kind vermittelt bekommt, dass diese Gefühle nicht da sein dürfen oder klein geredet werden (“Ach, das ist alles nicht so schlimm, du brauchst keine Angst haben.”), können daraus noch größere Ängste bis hin zu Depressionen entstehen. Damit sich dein Kind also nicht zurückzieht, rede offen und ehrlich über die Geschehnisse. Wichtig ist auch, dass du deinem Kind ein Gefühl der Sicherheit vermittelst (z. B. “hier bist du in Sicherheit. Ich passe gut auf dich auf”)


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Erkläre kindgerecht

Wenn dein Kind Fragen hat oder die aktuellen Themen es sehr beschäftigen, versuche erst einmal herauszufinden, was dein Kind schon alles weiß, bzw. was es gehört oder gesehen hat. Du kannst es z.B. fragen: ”Was hast du denn genau gehört?” oder “Was weißt du denn schon darüber?”. Anschließend versuche, auf das Gesagte einzugehen und die Dinge kindgerecht zu erklären. Sage deinem Kind auch, falls du etwas mal nicht weißt oder nicht eine direkte Antwort auf seine Fragen hast. Vielleicht helfen dir auch Seiten wie “MiniKlexikon (externer Link). Hier werden Begriffe wie “Krieg” in kindgerechter Sprache erklärt.


Schafft positive Momente und Geborgenheit

So wichtig in dieser Situation ist, dass dein Kind spürt, dass es nicht alleine ist und ihr als Familie zusammen haltet. Macht zum Beispiel aktiv gemeinsam etwas, was Solidarität ausdrückt: Zündet eine Kerze an oder nehmt an Spendenaktionen teil und denkt so an die Menschen in der Ukraine.

Da bei Kindern meist abends die Gefühle nach außen kommen, schafft ein sicheres Abendritual. Kleine Fragen wie: “Was hast du heute Schönes erlebt?” oder “Für was bist du heute dankbar?” können helfen, die Gedanken wieder auf etwas Positives zu lenken.


Auch Traumreisen können helfen, Ängste abzubauen. Gerade vor dem Einschlafen können sie beruhigend und wohltuend wirken. In meinem Artikel "Traumreisen - die beste Entspannungsübung für Kinder" kannst du dich noch weiter über Traumreisen für Kinder informieren. Gerne kannst du dir auch aus meinem Mitgliederbereich zwei kostenfreie Kapitel aus meinen Büchern downloaden. Hierfür reicht eine Anmeldung mit deiner Lieblings-Mailadresse. Zur Anmeldung


Wir denken an die Menschen in der Ukraine - besonders an die Kinder und schicken ihnen Hoffnung und Frieden.

Friedenszeichen aus Blumen, gehalten von Kindern

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